Lernen und HausaufgabenKinder für Hausarbeit bezahlen? 3 Modelle und wie du wählst
Kinder für Hausarbeit bezahlen? 3 Modelle im Vergleich: festes Taschengeld, Geld pro Aufgabe oder Mischform, mit Beispielen, Rat von Fachstellen und Sternen.

Kurz gesagt
Eine einzige richtige Antwort gibt es nicht, doch die meisten Empfehlungen laufen auf eine Mischform hinaus: regelmäßiges Taschengeld, das nie wegen Verhalten gekürzt wird, alltägliche Familienaufgaben, die einfach dazugehören, und freiwillige Extra-Jobs, die einen Bonus bringen können. Wähle das Modell nach deinem Ziel: Umgang mit Geld, Einsatz belohnen oder beides.
Auf dieser Seite
Kinder für Hausarbeit bezahlen: ja oder nein? Eine einzige richtige Antwort gibt es nicht, doch die meisten Empfehlungen laufen auf eine Mischform hinaus: regelmäßiges Taschengeld, das nie wegen Verhalten gekürzt wird, alltägliche Familienaufgaben, die einfach dazugehören, und freiwillige Extra-Jobs, die einen Bonus bringen können. Welches Modell passt, hängt von deinem Ziel ab: Umgang mit Geld, Einsatz belohnen oder beides.
Hier sind die 3 Modelle, wie du wählst und was Fachstellen für Kinder und Familien sagen.
Sollte man Kinder überhaupt für Hausarbeit bezahlen?
Geld und Hausarbeit lehren Verschiedenes. Taschengeld ist Übung im Umgang mit Geld: auswählen, warten, sparen. Hausarbeit ist Übung im Zusammenleben: Alle essen, also helfen alle beim Abräumen.
Sind beide ganz miteinander verknüpft, kann die Botschaft von „wir helfen alle“ zu „ich helfe, wenn ich Geld will“ kippen. Sind sie ganz getrennt, sehen manche Kinder keinen Grund, mehr als das Nötigste zu tun. Ein guter erster Schritt: Benenne dein wichtigstes Ziel.
- Umgang mit Geld: Dein Kind soll einen verlässlichen Betrag selbst verwalten.
- Einsatz und Eigeninitiative: Zusätzliche Arbeit soll sich lohnen.
- Beides: Du willst verlässliches Taschengeld und einen fairen Weg, mehr zu verdienen.
Deine Antwort führt zu einem der 3 Modelle unten.
Welche 3 Wege gibt es, Geld und Hausarbeit zu verbinden?
| Modell | So funktioniert es | Stärke | Hauptrisiko |
|---|---|---|---|
| Festes Taschengeld, unbezahlte Familienaufgaben | Ein fester Betrag an einem festen Tag; alle helfen zu Hause | Klare Geldübung und eine klare Botschaft | Wenig Grund, mehr als das Nötigste zu tun |
| Bezahlung pro Aufgabe | Jede Aufgabe bringt einen vereinbarten Betrag; ohne Aufgabe kein Geld | Direkte Verbindung von Einsatz und Geld | Kinder steigen aus, sobald sie genug Geld haben |
| Mischform | Ein fester Grundbetrag, plus Bonus nur für vereinbarte Extra-Jobs | Verlässliche Geldübung und belohnter Mehreinsatz | Braucht klare Regeln, was ein Extra ist |
So wählst du schnell:
- Soll dein Kind lernen, einen verlässlichen Betrag zu verwalten? Wenn nein, kann Bezahlung pro Aufgabe passen, vor allem für ein älteres Kind, das auf etwas Bestimmtes spart.
- Wenn ja: Willst du zusätzlichen Einsatz auch mit Geld belohnen? Wenn nein, wähle festes Taschengeld mit unbezahlten Familienaufgaben.
- Wenn ja, wähle die Mischform und schreib auf, welche Aufgaben Familienaufgaben sind und welche bezahlte Extras.
Beispiel für Modell 1: festes Taschengeld. Eine Familie mit einem 6- und einem 9-jährigen Kind zahlt beiden jeden Samstagmorgen ihr Taschengeld, ohne dass sie fragen müssen. Das 6-jährige Kind deckt den Tisch und füttert die Katze. Das 9-jährige räumt die Teller ab und hält sein Zimmer ordentlich. Eine vergessene Aufgabe wird wie jede andere Familienregel behandelt, und der Betrag ändert sich nie.
Beispiel für Modell 2: Bezahlung pro Aufgabe. Eine Familie mit einem 8- und einem 12-jährigen Kind hängt eine Preisliste an den Kühlschrank. Pflanzen gießen, Müll trennen und Auto waschen haben je einen vereinbarten Preis. Das klappt, solange das ältere Kind auf ein Fahrrad spart. Nach dem Geburtstag, mit reichlich Geldgeschenken, hört es mit den Aufgaben auf, und das 8-jährige Kind will Geld dafür, dass es den eigenen Teller trägt. Manche Apps, etwa BusyKid in den USA, zahlen Taschengeld über Aufgaben aus. Unser Vergleich mit BusyKid und unser Ratgeber zu Aufgaben-Apps erklären die Möglichkeiten.
Beispiel für Modell 3: Mischform. Eine Familie mit einem 5- und einem 10-jährigen Kind zahlt jede Woche einen kleinen Grundbetrag. Bett machen, schmutzige Wäsche in den Korb legen und Tisch decken sind Familienaufgaben, erwartet und unbezahlt. Das 10-jährige Kind kann zusätzlich Extras aus einer vorher vereinbarten Liste wählen, etwa Laub rechen oder beim Autowaschen helfen, jeweils mit einem Bonus, der vor dem Start feststeht. Das 5-jährige Kind sammelt für Extras Sterne statt Geld.
Welche Aufgaben sollten unbezahlte Familienaufgaben bleiben?
Eine einfache Regel: Wenn es die Aufgabe gibt, weil ihr zusammenlebt, bleibt sie unbezahlt. Das betrifft meist 2 Gruppen.
Alles rund um die eigene Person: Zähne putzen, sich anziehen, das Bett machen, Schuhe wegräumen. Für die Sorge um sich selbst bekommt niemand Geld.
Gemeinsame Familienaufgaben: den Tisch decken und abräumen, gemeinsame Räume aufräumen, das Haustier der Familie füttern.
Die American Academy of Pediatrics nennt auf HealthyChildren.org Beispiele nach Alter: Kinder von 5 bis 7 Jahren können ihr Bett machen sowie den Tisch decken und abräumen, 8- bis 10-Jährige können zusätzlich staubsaugen und beim Abendessen helfen, 11- bis 12-Jährige können die Küche putzen, die Bettwäsche wechseln und Wäsche waschen und falten (AAP, Age-appropriate chores for children). Diese Alltagsaufgaben ergeben eine gute Grundliste unbezahlter Familienaufgaben. Mehr findest du unter Aufgaben nach Alter und in der Aufgaben-Bibliothek.
Was zählt als bezahlter Extra-Job, je nach Alter?
Ein Extra-Job geht über die tägliche Routine hinaus: größer, gelegentlich oder etwas, das du sonst selbst erledigen würdest. Die alltäglichen Familienaufgaben für jedes Alter findest du unter Aufgaben nach Alter. Stellt die Liste gemeinsam auf und schreibt den Wert jeder Aufgabe vorher dazu.
| Alter | Beispiele für Extra-Jobs |
|---|---|
| 5 bis 7 Jahre | Einen großen Korb Socken sortieren, beim Autowaschen helfen, mit einem Erwachsenen Unkraut zupfen |
| 8 bis 10 Jahre | Laub rechen, das Auto waschen, einen Schrank oder ein Garagenregal ausräumen |
| 11 bis 12 Jahre | Das Auto innen und außen putzen, ein einfaches Familienessen kochen, eine größere Gartenarbeit |
Die Quests beim Autowaschen helfen, Laub rechen und ein einfaches Familienessen kochen zerlegen diese Aufgaben in Schritte.
Wie viel sollte ein Extra wert sein? Einen offiziellen Satz gibt es nicht, also hilft eine Methode. Lege den Wert im Verhältnis zum wöchentlichen Taschengeld fest (der Taschengeld-Rechner nennt übliche Beträge nach Alter), damit eine große Aufgabe mehr bringt als eine kurze. Halte die Summe der Extras kleiner als den Grundbetrag, damit der Grundbetrag die wichtigste Geldlektion bleibt. Mit der Quest Taschengeld zählen prüfen Kinder, was sie verdient haben.
Was raten Fachstellen für Kinder und Familien?
Das Deutsche Jugendinstitut (DJI) schreibt, dass Kinder in regelmäßigen Abständen eine kleine Summe bekommen sollten, unaufgefordert und unabhängig von ihrem Verhalten (DJI, Taschengeld). Das Familienportal NRW, dessen Beträge einer DJI-Empfehlung von 2025 folgen, ergänzt, dass Taschengeld in verlässlichen, regelmäßigen Abständen gezahlt werden sollte, damit das Kind planen kann, und dass der Betrag an keine Bedingungen geknüpft sein sollte (Familienportal NRW).
Das Nibud, das niederländische Institut für Haushaltsfinanzen, beschreibt Taschengeld als vor allem zum Lernen gedacht und sagt, dass es nie als Lohn oder als Strafe dienen sollte. Es empfiehlt, immer denselben Betrag zu einem festen Zeitpunkt zu geben (Nibud). Das österreichische Behördenportal veröffentlicht Richtwerte, wöchentlich für 6- bis 10-Jährige und monatlich ab 10 Jahren, und überlässt den tatsächlichen Betrag der Absprache in der Familie (oesterreich.gv.at).
Die American Academy of Pediatrics nennt Lob den wirksamsten Weg, ein Kind zu motivieren, und rät, eher den Einsatz als das Ergebnis zu loben. Sie schreibt außerdem, dass Eltern greifbare Belohnungen wie Taschengeld oder Sticker für erledigte Aufgaben in Betracht ziehen können, und empfiehlt, immer nur 1 neue Aufgabe auf einmal einzuführen.
Die europäischen Stellen schützen also einen verlässlichen Grundbetrag, und die AAP lässt Raum für Belohnungen, die an Einsatz geknüpft sind. Die Mischform verbindet beides.
Was tun, wenn ein Kind die Hausarbeit verweigert und sagt „behalt dein Geld“?
Das ist die klassische Schwachstelle der Bezahlung pro Aufgabe. Ist Geld der einzige Grund zu helfen, hat ein Kind mit genug Geld keinen Grund mehr. Was hilft:
- Nimm alltägliche Aufgaben von der Preisliste. Familienaufgaben gehören dazu, egal wie voll die Spardose ist.
- Halte Extras wirklich freiwillig. Nein zu einem Extra ist in Ordnung: Es bringt dann eben nichts.
- Erkläre das Warum einmal, in Ruhe. Alle nutzen die Küche, also helfen alle beim Saubermachen.
- Setze auf Routine statt auf Abzüge. „Erst Tisch decken, dann Tablet“ wirkt besser als ein Abzug.
Mehr Ideen: Kinder motivieren ohne Bestechung.
Können Sterne oder Punkte bei jüngeren Kindern Geld ersetzen?
Ja, bei vielen jüngeren Kindern. Das Nibud stellt fest, dass Kinder die verschiedenen Münzen ab etwa 6 Jahren erkennen, was es als gutes Alter für den Start mit Taschengeld bezeichnet. Davor schaffen Sterne oder Punkte dieselbe sichtbare Verbindung von Einsatz und Belohnung, ganz ohne Münzen.
Gib 1 Stern pro Aufgabe, vereinbart die Belohnungen gemeinsam (das Abendessen am Freitag aussuchen, ein Ausflug auf den Spielplatz) und halte das Ziel sichtbar. Unsere Belohnungsideen, Pläne zum Ausdrucken und die Belohnungstafel helfen beim Start.
In Kidventures sammeln Kinder Sterne für jede Quest, Eltern bestätigen mit 1 Tipp, und Kinder pinnen sich ein Ziel aus den gemeinsam festgelegten Belohnungen, mit unterschiedlichen Quests für Schultage und Wochenenden. Für Familien, die echtes Sparen verfolgen wollen, ergänzt der Plus-Tarif ein Sparglas mit wöchentlichem Banktag. Den größeren Rahmen findest du in den Taschengeld-Grundlagen und bei den Belohnungssystemen für Kinder.
Häufige Fragen von Eltern
Sollte das Taschengeld von der Hausarbeit abhängen?
Das Deutsche Jugendinstitut (DJI) rät, Kindern in regelmäßigen Abständen eine kleine Summe zu geben, unaufgefordert und unabhängig von ihrem Verhalten. Viele Familien trennen die alltäglichen Aufgaben vom Taschengeld und zahlen nur für vorher vereinbarte Extra-Jobs einen Bonus.
Welche Aufgaben sollten Kinder ohne Geld erledigen?
Alles rund um die eigene Person und die gemeinsamen Familienaufgaben: sich anziehen, das Bett machen, das eigene Zimmer aufräumen, den Tisch decken und abräumen. Diese Aufgaben gibt es, weil die Familie zusammenlebt, also bleiben sie unbezahlt. Eine Liste mit Aufgaben nach Alter hilft bei der Auswahl.
Wie viel sollte ein bezahlter Extra-Job wert sein?
Einen offiziellen Satz gibt es nicht. Lege den Wert im Verhältnis zum wöchentlichen Taschengeld fest, damit eine große Aufgabe mehr bringt als eine kleine, vereinbare ihn vor dem Start und halte die Summe der Extras kleiner als den Grundbetrag, damit das Taschengeld die wichtigste Lektion bleibt.
Quellen
- Deutsches Jugendinstitut (DJI). Taschengeld.
- Familienportal NRW. With this much allowance, children learn how to manage money.
- American Academy of Pediatrics. Age-Appropriate Chores for Children. HealthyChildren.org.
- Nibud. Zakgeld en kleedgeld, hoeveel moet je geven?.
- oesterreich.gv.at. Taschengeld.




